Vincenzo Parea - Rezensiones

Den Werken von Vincenzo Parea haben die folgenden Autoren kritische Essays und Einführungstexte gewidmet:  

Giulio Carlo Argan, Bruno Bandini, Riccardo Barletta, Carlo Belloli, Claudio Beccaria, Marco Beretta, Antonio Calderara, Domenico Cara, Claudio Cerritelli, Alfio Coccia, Mauro Corradini, Dadamaino, Federica Dafarra, Giorgio Di Genova, Giovanna Fiorenza, Julio Flores, Giuseppe Franzoso, Carlo Fumagalli, Isabella Giardini, Flaminio Gualdoni,  Friedrich W. Heckmanns, Lucrecia Vega Gramunt, Dino Marangon, Attilio Marcolli, Francesco Marinone, Giuliano Menato, Marco Meneguzzo, Guido Montana, Elena Pontiggia, Federica Rabai ,Claudio Rizzi, Nanni Rossi, Luigi Sansone, Giorgio Segato, Cristina Portioli Staudacher,   Alberto Veca, Annalisa Vella, Francesco Vincitorio.

 

 

“…das “kommunizierende Mittel” des Künstlers wird lediglich in den “Werten der Farbe” präzisiert, hervorgehoben und zwar hinaus über die Tonverhältnisse durch eine Dynamische Spannung der leuchtenden Kontraste, die jedem seiner Werke zugleich Charme und Rätselhaftigkeit verleihen … Die Wahrheit wird nicht mehr als etwas Gegenständliches verstanden, sondern als etwas Geistiges, das sich im geschaffenen Werk konkretisiert; lediglich in diesem hört jedes Zeugungsverhältnis zum Äußeren auf;  das geschaffene Werk wird “autonome Situation”, d.h. intuitive und provokatorische Kreation geistiger Momente im Betrachter …”.

GIUSEPPE FRANZOSO, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung in der Galerie Valori, Mailand 1972.

 

 

"Die Ausstellung von Vincenzo Parea im Centro Valori [Wertecentrum] erschien als Ausstellung eines jungen Mannes, vor dem sich eine Reihe interessanter Aussichten öffnen. Wenn die Nachforschung, der er sich gewidmet hat, zu den Entwicklungen führt, auf die wir Grund zu hoffen haben, ist der Name Vincenzo Parea dazu bestimmt, in den kommenden Jahren als eine der wichtigsten Verheißungen hervorzutreten... Was das Werk dieses jungen Menschen großer Aufmerksamkeit würdig macht, ist die Ordnung der Zusammenstellung, ohne Adjektive, die logische Kadenz der Rhythmen und die komplett abstrakte Anordnung; das Werk wird durch die Spiritualität der Farbe empfindsam...."

ALFIO COCCIA, aus “La casa” Jahr XXXII Nr. 4, 1972.

 

“…Die extrem ausgewogenen Tonverhältnisse, die strengen räumlichen Annäherungen, nehmen folglich eine wesentliche, erstrangige und unersetzliche Funktion im kreativen und kommunizierenden Kontext von  Vincenzo Parea an, denn auf dem Konkretisieren ihrer inneren Verhältnisse und dem interaktiven Austausch von Werten, beruht die exakte symbiotische Dimension, die zwischen dem konzeptuellen Gedanken des ästhetischen Maler und dem emotionalen Gefühl des Künstlermenschen entsteht. Gerade auf dem unsichtbaren Faden dieser Verkettung von technischen und geistigen Motiven verflechtet Vincenzo Parea die Leinwand, durch die seine Künstlersprache ins Leben gerufen wird und die zu demjenigen, der sich ihr nähert mit der ruhigen Poesie eines unverständlichen Geheimnisses spricht...”.

GIUSEPPE FRANZOSO, aus dem Band “Lyrische Strukturen”, Vigevano 1973.

 

“…Die strukturelle Lösung, die Vincenzo Parea bietet, neigt zur Aufstellung einer gegenseitigen Interaktion, die auf dem gemeinsamen Nenner der Erfahrung des umkehrbaren Verhältnisses beruht, das zwischen “Form und Farbe” und den psychologischen Implikationen entstehen kann, die sich in der Verflechtung dieser Lösungen der erzielten Ergebnisse ergeben …”.

GIUSEPPE FRANZOSO, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung der Galerie La Darsena, Mailand, 1973.

 

“…Der Raum, als Arbeitsfeld, qualifiziert sich in der räumlichen Funktion als Objekt, einer logische Kombination der darin enthaltenen Elemente. Die Oberfläche definiert sich als Grundierungen der Struktur, die in der durchdachten Veränderlichkeit ihrer Dimensionsverhältnisse organisiert: Die darin enthaltene Farbe fügt sich als Motiv ein, in dem das Sensible in die Strenge der Rationalität dringt…Der Raum wird zu Farbe: Die Farbe wird zu motivierter Gedankensrealität. Die Vorstellung setzt sich in ihrem Werdegang um  zu einer bezeichnenden Einheit. Vincenzo Parea analysiert die Möglichkeiten dieses Werdens innerhalb der Grenzen seiner eigenen maßvollen Absicht …”.

GIUSEPPE FRANZOSO: Vincenzo Parea “Spazio Oggetto” die Hefte des Studio V, Vigevano 1974.

 

“…In der geltenden Ästhetik schafft die chromatische Strategie keine gegenständlichen Ereignisse, sterilisiert nicht das lyrische Spiel der Rationalität, sondern experimentiert mit ihrer Besinnung… Die Monochromie ist eine Gattung der konstruktiven Sorgfalt, die auf der Ähnlichkeit eines Ordnungsverhältnisses und nicht auf der Sprache des Ausweichens beruht …”.

DOMENICO CARA, aus dem Katalog der Ausstellung in der Galerie Arte Struktura, Mailand 1975.

 

“…dies gesagt, wurde jedoch immer noch wenig gesagt über die Prägnanz, die Sublimation, die der Künstler lediglich mit der Farbe alla vornimmt, um die weltberühmte  Dichtung erneut zu besuchen. Er fürchtet die Konfrontation mit derart großer Anmut nicht, die ihn hervorhebt, statt ihn statt ihn in den Hintergrund zu stellen. Der Grund hierfür ist, dass der Autor der chromatischen Interpretation der Verse ein reiner, scheuer aber auch arbeitsamer, sensibler und  mystischer Mensch ist, und damit dem serigraphischen Schöpfer der Hymnen und Kirchenlieder sehr nahe steht …”.

DADAMAINO, aus “In Nomine Naturae”, Mailand 1980.

 

“…tatsächlich erscheint es uns mutig, auf das gegenwärtige Aufsehen der verschiedenen parakulturellen  Verhalten mit einer Textur des von den Farben ausgehenden Schweigens, mit einer Erforschung der dekonstruierten chromoformalen Neutralität zu reagieren… Vincenzo Parea hat mittlerweile eine persönliche Dialektik der Intervisualität gefunden, die das Fortschreiten der besagten Forschungen in diese Richtung sehr gut rechtfertigt …”.

CARLO BELLOLI, aus dem Band “Cromofanie in sinossi strutturali irriferenti: Vincenzo Parea” für die Herausgaben von Arte Struktura, Mailand 1983.

 

“…Pareas Werk hat dem internationalen Konkretismus neue Möglichkeiten der achromatischen Interaktion geboten, wo sich die Farbe im Rhythmus einer expansiven und optischen, virtuell magnetischen Folge zeigt. Die Aktualität eines Malers, der durch Überschreiten der Regel der großen Zahlen dazu neigt, unendlich kreativ und unerschöpflich kreativ zu werden, und dies nicht bei einer blinken Progression des nicht gegenständlichen …”.

CARLO BELLOLI, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Lucicromie ministrutturate: Vincenzo Parea”, Arte Struktura, Mailand 1983.

 

“…das Interesse, das seine Forschungen im Bereich der Chromologie bei bekannten Theoretikern und Kritikern erweckt hat, erfordert unbedingt eine Klarstellung, die das Publikum der Interessenten des Weges, den der Künstler bis hierhin zurückgelegt hat, informiert und die seine aktuellen Ergebnisse bezeugt …”.

GIUSEPPE FRANZOSO, aus dem Katalog an Vincenzo Parea der Gemäldegalerie der Stadt Vigevano, 1984.

 

“…und dies bedeutet, eindeutig die operative Fertigkeit von Parea anzuerkennen, als ein “Handwerk” der Malerei, befreit vom von der eklatanten Wirkung und zurückgeführt auf eine Disziplin, wo ihre Qualität mit dem Verschwinden, der Senkung auf die Ebene der Lesbarkeit, des manuellen Einschreitens, des Pinselstrichs wie auch der Zeichnung auf der Holztafel übereinstimmt. Auf der anderen Seite ist in einer Arbeit wie der von Parea, die gebunden ist an das Wesentliche der Formen und an eine chromatische Farbpalette des einzelnen Werkes, zurückgeführt auf verschiedene Abstufungen der gleichen Farbe, die technische Gewandtheit ein unbedingt notwendiges Element, ohne welches das gesamte expressive System verzerrt würde …”.

ALBERTO VECA, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Sequenze di Forma – Colore” [Sequenzen der Form – Farbe] , Mailänder Philologiekreis, Mailand 1992.

 

 “…Dies bedeutet keine Darstellung, keine eigentliche Linie, sondern eine einzige Farbe. Jedoch eine satte, absolute und reine Farbe, die von nichts außer der äußeren, vollkommenen, geweiteten Grenze des Vierecks enthalten ist. Was für eine "Realität" behauptet also Parea? Er zeigt uns, höchstens ernüchtert, die Farbe als "Gefühlsunendlichkeit". Eine Stimme, die an die Stille grenzt. Wenn man mehrere Gemälde Pareas nebeneinander stellt, kann man dann die Stimme "jenes" Roten, "jenes" Blauen, "jenes" Schwarzen vernehmen. Und sie wird nicht so sehr unsere Sinnesorgane treffen, als vielmehr unsere Seele. Wir werden, frei und zwanglos, Gefühlserregung und Empfindungen, oder vielmehr ein totales Vibrieren davon gewinnen …”.

 

RICCARDO BARLETTA, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Eine Reise in die Farbe als "Unendliches"”. Galerie Regio, March-Hugstetten (b.Freiburg), 1993.

 

“…Nachdem er eine bestimmte Farbe ausgesucht hat, fängt Parea an, das Pigment aufzutragen und versucht dabei, jede übrige subjektive Seite der Modulation, jede in der Erkennbarkeit des Striches auftauchende Ausdrucksnot zu vermeiden: Strich, den er im Gegenteil durch wiederholtes Auftragen und Schleifen, Überlagern und Abschaben dämpft, so dass die größtmögliche Einförmigkeit und innere Sattheit jener bestimmten Tönung erlangt wird. Auf jeden Fall ist nicht an das Ersinnen und an die Ausführung als an zwei verschiedene, getrennte Momente zu denken, sondern als an eine dialektische Entwicklung der Wahl und des Auftauchens eines Bildes, das seine Ausführung als offene entspringende Vielfältigkeit künftiger Möglichkeiten, bei der ursprünglichen Verdünnung der Bestimmungen erhält …”.

DINO MARANGON, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Vincenzo Parea. Am Ursprung der Farbe”. Kulturverband Verifica 8+1, Venedig - Mestre 1994.

 

 “…Folglich ist es die Farbe, die sich dem Geist des Menschen nähert und nicht umgekehrt. Der Künstler benutzt die Farbe als eigene kommunikative Sprache, sendet seine Botschaft demjenigen, der sein Werk betrachtet (...). Der Betrachter steht vor einer farblichen Monodie extrem auserlesenen Esprits, wo die Stärke des Farbtons die Aufgabe annimmt, mit lyrischen Pulsierungen das Gemüt des Betrachtes zu berühren, und zwar eines Betrachters, der für die Schönheiten der reinen Emotion empfänglich ist.... ”.

 

GIUSEPPE FRANZOSO, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Vincenzo Parea, oder die Farbe als geistige Emotion”. Fluxia phono-visuelle Kunst, Chiavari (GE) 1996

 

 "...Farben sind für ihn sublime Tonwerte ein und der selben Farbe und Modulationen von einer Farbe zu anderen im Farbspektrum unter der Voraussetzung gleicher Tonhöhen. So sind auch "Strutture liriche", lyrische Strukturen, wie der seine erste Edition von Serigraphien 1973 betitelt, erst durch die Bemessenheit der Tonwerte der Farben von einer Ausdrucksqualität, wie sie ihnen im Sprachgebrauch der Poesie zukommt. (...). wenngleich diese Farbbilder auf die meditative Aufmerksamkeit des Betrachters zielen und ein Ergebnis von überraschend poetischer Bedeutung haben (...). sondern Gegenstände zu schaffen, die der Farbe zu ihrem Eigenleben verhelfen, also nicht Farbeigenschaft von etwas zu sein, auch nicht von einer vorübergehenden Stimmung. Allein in der aufmerksamen Wahrnehmung des Betrachters kommt dieses Eigenleben zustande. Das Bild ist – wie Giuseppe Franzoso das sagt – eine allegorische musikalische Partitur...".

FRIEDRICH W. HECKMANNS, aus dem Band “Immaginazioni Geometrizzanti” [Stilisierte Vorstellungen], Herausgaben der Galerie Regio, March Hugstetten (b. Freiburg) 1996.

 

“…Und dieses räumliche Continuum verwandelt sich in reine Musik, in eine Partitur, in der die Noten höher und niedriger, entsprechend den warmen und kalten Tönen werden, wobei sie eine Sinfonie komponieren, die aus der Erfindungsfolge besteht, jedoch mit zahlreichen unabhängigen Existenzen der Realisierung. Eine mächtige Kunst, die sich kraftvoll in die Auffassung des Betrachters setzt und die zeitweise auch verblüffen kann; das Werk von Parea bedarf der richtigen Meditationszeit, um verinnerlicht, studiert und verstanden zu werden. Es besteht keineswegs Selbstgefälligkeit bei der Suche nach der reinen Gefühlserregung im Sinne des Unbekannten, das sich auf der Kippe hält, an der Grenze, über die hinaus der Horizont verschmilzt. Ein gefährliches und zugleich faszinierendes Spiel, das innerhalb schwacher Grenzen gespielt wird: Pareas Studie ist auch dies (...). So kann die Aura, die diesen Bildern entspringt, als reine Vibration erfasst und beurteilt werden. Poesie und Musik, Gefühl und Geometrie, Emotion und Berechnung, außerordentlich und untrennbar ineinander verschmolzen …”.

FEDERICA DAFARRA, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Vincenzo Parea: Die erfundene Farbe”, Santa Maria Gualtieri, Pavia 1999.

 

“…Sich Vincenzo Pareas Werk zu nähern bedeutet, sich in ein emotionales Universum zu stürzen, das alle Gefühlsbänder vibrieren  lässt, bis ein Ordnungsgefühl, ein Gefühl der ausgeglichenen Reinheit erreicht wird, das in primis der Farbe entspringt. Eine Farbe, die reine Erfindung des Künstlers ist, d.h. eine fortwährende Suche nach neuen, expressiven Leistungen, nach der bedingungslosen Anpassung an eine originelle Farbpalette, die zum Ort der Experimentierung und des Wachstums wird. (…) Es sind Geraden und Halbkreise, die visuelle Verbindungen bilden, in denen die Farbe keine Grenzen und Linien findet, wenn nicht im Umfang des Werks selbst. Für Schatten ist kein Platz; neue Farben neigen hingegen zum erreichen einer Perfektion, die als offenes Problem mit vielfachen Lösungen erlebt wird.

FEDERICA DAFARRA, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung “Vincenzo Parea: Die erfundene Farbe”, Stadtbibliothek Calvairate, Mailand, 1999.

 

“…Alle Titel haben ihre Geschichte, eine Konjunktur, die ihre Entstehung bestimmt hat. Während der Konjunktur zum Ende der sechziger Jahre entschied sich Vincenzo Parea dazu, seine Nachforschung auf die Farbe und Ausdruckskraft zu richten und zwar in einer Mailänder und internationalen Konjunktur, die auf das analytische Themenverfahren bedacht war, in einem Erneuerungsversuch einer malerischen "nicht gegenständlichen" Erfahrung, die die "Subjektivität" einer allgemein abstrakten, juristisch willkürlichen Sprache ausschaltete. Hieraus entsprang das Interesse für wissenschaftliche experimentelle Nachforschungen, die nicht mehr mit der intuitiven Empfindsamkeit, sondern mit den systematischen Regeln der Nachforschung verbunden waren, die seit Goethe oder Chevreul zu den systematischen Formulierungen des zwanzigsten Jahrhunderts gelangten und bezeichnenderweise mit der künstlerischen Erfahrung und Didaktik verbunden sind.

Obwohl Geräte und verfahren verwendet werden, die der herkömmlichen Malerei unbekannt sind, erstellt Parea seine Werke komplett von Hand, und zwar angefangen bei der Vorbereitung der Unterlage, einem Holzbrett, dessen Fehler allmählich beseitigt werden, bis eine glatte Oberfläche ohne Unebenheiten erzielt wird. Das Verfahren ist aufwendig, aber nach Auffassung des Künstlers darf der Anfang der Malerei keine Interferenzen erfahren, da es sich hier um das Binom Licht/Farbe handelt und keine äußerlichen Interferenzen zugelassen sind …”.

ALBERTO VECA: ETYMOLOGIE DER FARBE, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung im Kulturzentrum “Superficie Anomala” [Anomale Oberflächen], Mailand 2002.

 

Wird über die Werke von Vincenzo Parea  gesprochen, verliert man sich fast unweigerlich in den intellektuellen Mäandern der Farbwissenschaft; schwierig ist es, der Versuchung zu widerstehen,   das Buch “Arte e percezione visiva” [Kunst und visuelle Wahrnehmung] von Rudolph Arnheim zu öffnen, ebenfalls schwierig, nichts über die Goethes Theorie der Farben zu zitieren; und dennoch wird es so sein!

Durch Paraphrasieren des deutschen Geistes werde ich mich dem Werk von Parea durch “Auserwählte Affinitäten” genauso synthetisch nähern, wie er in seinem Werk zur rigorosen Synthese gekommen ist.

“Mandala croma”, Titel der Ausstellung, identifiziert den Wert, den ich den Werken des Künstlers gegeben habe: Ein Medium, auf das der Betrachter seine Aufmerksamkeit konzentrieren und den Teil von sich selbst erwecken kann, der Gott ebenso nahe wie der Poesie steht.

Ausgehend von den Vibrationen reiner Farbe gelangt man zu einer wahren chromatischen Epiphanie, in der der Betrachter zu einer absolut individuellen Katharsis geführt wird.  Aus der "nicht Form" bzw. aus der Befreiung der Form, geht eine Art Versöhnung mit dem Universum hervor.

GIOVANNA FIORENZA: MANDALA CROMA, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung in der Galerie "Borderline Arte Contemporanea" , Vigevano, 2002.

 

"Die Intensität ist absolut. Die Spannung scheint bis an den äußersten Punkt des Gleichgewichts geführt, der Auftakt einer vorstellbaren, aber unbekannten Ewigkeit. Die Strenge beherrscht die Malerei und die Rationalität bestimmt die Partitur einer unwiderruflichen Präzision. Die Vernunft offenbart sich direkt in den strukturellen Regeln und dennoch taucht die Seele des Gemäldes lebhaft auf, pulsiert und übertrifft die eiserne Syntax der Beziehungen.Emotion und Intellekt bekämpfen sich nicht, sondern leben miteinander. Intellektuell ist die systematische Ordnung im Arbeitsprozess, fast schon ethisches und juridisches Gesetz, eine unausweichliche Norm im Prozess des Ausdrucks. Emotionsgeladen ist der poetische Beitrag von Staunen und Überraschung, von Ruhe und Raum, von Vibration und Unbeweglichkeit, die eine höhere Vorstellung des Absoluten und Totalen vermitteln. Emotionell und rationell sind Konstante in den Werke von Vincenzo Parea. Rigoros in Einklang und Wechselseitigkeit..."

"... In der Farbe verfolgt Parea widerwillig den Lauf der Welt, auf der Suche nach der Spur und der Behauptung der Wahrheit. Es ist eine Rückkehr zur Wurzel und den Dingen der Sprache. Eine moderne Anabasis. Das Bild spricht den Betrachter an und führt einen Dialog. Man wird an Orte und Momente denken, Erinnerungen und Gefühle wiederentdecken. Suggestionen  werden auftauchen und der Verlauf der Noten spricht die Schwingungen der Seele an. Der Gesprächspartner wird mit dem Gemälde einen Dialog führen und Vincenzo Parea wird  bei seiner zurückgesogenen Reserviertheit wissen, was er immer glaubte, dass die Farbe ewiges Leben ist."

CLAUDIO RIZZI: Verschwommenheit und Natur, Bruch und Pulsierung der Farben, aus dem Katalog der persönlichen Austellung im MAM, Museum für the moderne Kunst von Gazoldo degli Ippoliti (Mantova), 2003.

 

"... die Farbe wird Sprache, sie möchte weder gelesen noch interpretiert werden. Sie ist eine fast monochromatische Farbpalette für sich, die einen in eine Kommunikation projiziert, die über das Bild hinaus geht und einen darum bittet, dort zu bleiben, darauf zu warten, dass der Geist in den Gegenstand hineintritt und über diesen hinaus geht. (...) die Farbe, die Strenge und die Ordnung führen einen zu neuen Linien, in denen die Kunst und an ihrer Stelle die Malerei reine Erforschung wird und in der Farbe sublimierte Erfahrung findet..."

Francesco Marinone: Die sublimierte Farbe aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung im Saal des Schlosses "Litta" in Gambolò (Pavia), 2003.

Mit Vincenzo Pareas Malerei erhalten wir Zugang zu einer Ausarbeitung des Lichts, das die wissenschaftliche Analyse der geometrischen Komponenten zu einem Betrachtungsraum der chromatischen Partituren umwandelt. Komponiert mit der technischen Fertigkeit eines Chromatologen, ruft das Bild weitere Dimensionen wach, es verschließt sich nicht in der Beachtung der strukturellen Formprinzipien, sondern erklärt offen seine dichterische Natur. Der Zauber der monochromen Farbe erweckt Rhythmen und Überschreitungen über das Maß des als reine Sensibilität des Lichtes erfassten Werkes hinaus. Es ist ein Traum von neuen Horizonten durch die untastbaren Resonanzen der Natur.

CLAUDIO CERRITELLI aus dem Katalog der Ausstellung "L'incanto della pittura" [Der Zauber der Malerei], Wege der italienischen Kunst ab der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, Casa del Mantegna, Mantua 2004.

 

"[...] Die Farbe bloßlegen: Dies ist zusammenfassend ein Reinigungsprozess der Farbe, dessen Ansatz einen hohen geistigen Lyrismus beinhaltet. Durch Paraphrasierung des Akronyms IKB (International Klein Blue), das der gleichnamige Klein seinen monochromatischen Gemälden gegeben hat, könnte man bei Parea von NPC (Naked Parea Colour) sprechen. Reine flitterlose Farbe, auf die wesentliche Essenz gebracht[...]"

PIER GIORGIO MOROSI: Die „nackte“ Farbe von Parea, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung im Säulensaal des Rathauses von Corbetta (Mailand) 2004.

 

"…       mehr noch als optische Informationen zu übertragen, möchte die Farbe von Parea dazu einladen, das zu verstehen, was im Erfindungsvorgang des Lichtes erfolgt, im unendlichen  Schaffen der tonalen Akkorde, die auf Linien und nicht auf Strichen basieren, auf Tonnähe, auf der unantastbaren Grenze zwischen einem Ton und dem darauf folgenden, der selben chromatischen Essenz..."

CLAUDIO CERRITELLI: Ausdruck der Farbe – Licht, aus dem Katalog der anthologischen Ausstellung 1972 – 2005.Monumentaler Gebäudekomplex der Santa Caterina, Oratorium de' Disciplianti, Finalborgo - Finale Ligure (Savona) 2005.

 

 "(…) Vincenzo Parea führt seinen Grundgedanken in einer fortwährenden persönlichen Suche weiter, er fordert sich selbst heraus und erforscht sich innerlich, in einer allmählichen, künstlerischen Evolution, die er seit über vierzig Jahren fortführt (...)

Seine Werke lassen sich nicht einfach als "monochromatisch" definieren, denn innerhalb des Durchmessers oder des Umfangs der Tafel bestehen nahezu unmerkliche Farbtonbewegungen, wenngleich diese der gleichen Farbe angehören.

 

FEDERICA RABAI: "Vincenzo Parea, der Künstler der Farbe" aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung im Club House "Selva Alta" Vigevano 2007/2008.

 

 […] meidet die Unstabilität, die das Vorhandensein der Materie verursacht, ein sublimierter Gesang des gegenständlichen Bildes. Parea verdünnt den Pinselstrich, den Abdruck des Handwerkers, damit nichts die Idee des plastischen Aufbaus stört, wo das seichte, dünne Spiel der Farbe, ausgearbeitet in zahlreichen Kontrasten seinen Ursprung hat, dort, wo die dominante Farbe mit einer derartigen Feinheit präsentiert und dargestellt wird, dass bereits eine Definition der Farbe trügerisch erscheint. Dieser Künstler verweist weder auf die polaren Kontraste, noch auf die der Farbtöne oder der hohen Sättigungen, sondern auf die beängstigenden und musikalischen Kontraste von Temperaturen, solcher Helligkeit und feinen Bewegungen, dass die Farbe endet. Und nun entdeckt man die Folgen von all dieser Verdunkelung des malerischen Zeichens: Keine Nachbildung eines Werkes von Parea kann das zeigen, was die Unterlage darstellt […] wobei man den Eindruck erhält, aus dem plastischen Feld käme das Licht hervor, das einer akuten chromatischen Ergänzung entspringt. Jedem Bild müsste eine sonore Klangvibration, wie sie der leuchten Modulation angehört, entsprechen. Ich glaube, dass jedes Bild dort die Poetik von Vincenzo Parea, der eine bestimmte Polyphonie in der Beschaffenheit einer jeden ausgestellten Zusammenstellung erzeugt, unterstützt. […]

 

Prof. JULIO FLORES, aus dem Katalog der persönlichen Ausstellung von "Vincenzo Parea, Chromatische Fakten" von Frau Prof. Lucrecia Vega Gramut, Vorsitzende des F.P.A.C. der Universität Bologna, Sitz in Buenos Aires, 2008.